Mutter Krausens Fahrt ins Glück (Zwischentitel)


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MUTTER KRAUSENS FAHRT INS GLÜCK (D 1929) ist der bekannteste Stummfilm der 1925 gegründeten „Prometheus“. Ihr Gründer Willi Münzenberg war Kommunist und Abgeordneter im Deutschen Reichstag. Der „Prometheus“ ist es zu verdanken, daß die russischen Revolutionsfilme wie PANZERKREUZER POTEMKIN ihren Weg nach Deutschland fanden; die „Prometheus“ vertrieb deutsche Fassungen der „Russenfilme“. Piel Jutzi, der für die deutsche Fassung von PANZERKREUZER POTEMKIN verantwortlich zeichnete, ist der Regisseur von MUTTER KRAUSENS FAHRT INS GLÜCK.
 
Mutter Krausen, ihre Tochter Erna, der Sohn Paul, sowie ein Schlafbursche mit Frau und Kind leben in einer engen Wohnung im Berliner Arbeiterviertel. Etwas Geld nebenbei verdient Mutter Krause sich mit dem Zustellen von Zeitungen und dem Kassieren des Geldes der Zeitungsabonnenten. Ihr Sohn Paul versäuft das Geld. Mutter Krause kann nun ihrem Arbeitgeber das Geld nicht aushändigen. Man droht ihr mit einer Strafanzeige. Mutter Krause versetzt ihre letzten Wertgegenstände im Pfandleihhaus. Sohn Paul wird beim Einbruch ins Pfandleihhaus erwischt, kann entkommen, aber später verhaftet. Tochter Erna, die mit dem politisch engagierten Arbeiter Max befreundet ist, ist versucht das Geld für die Mutter auf dem Strich zu verdienen. In letzter Minute entwindet sie sich aber der für sie demütigen Situation bei einem gut betuchten Herrn. Während Erna sich Max und einer Protestkundgebung der durch Berlin marschierenden Kommunisten anschließt, sieht die verzweifelte Mutter Krause keinen Ausweg mehr, dreht den Gashahn auf und nimmt damit sich und dem schlafenden Kind das Leben.
 
MUTTER KRAUSENS FAHRT INS GLÜCK basiert auf der Idee von Heinrich Zille, dem Berliner Zeichner und Fotografen, dessen sozialkritische Portraits von den Nöten der Berliner Unterschicht, des sog. „Milljöh“, ihn berühmt machten. Piel Jutzi beschäftigte für seinen Film viele Laiendarsteller. Die Produktionskosten wurden mit rund 60.000 Mark sehr gering gehalten. Das Echo von Kritik und Publikum fiel positiv aus, auch wenn der Film bis heute nicht unumstritten ist, vielleicht auch deswegen, weil sich im Film melodramatische Momente und revolutionäre Aspekte die Waage halten, der Film sich nicht wirklich für eine Richtung entscheiden kann. Highlights sind auf jeden Fall die halb-dokumentarischen Szenen in der Arbeiterkneipe und auf dem Rummelplatz. Der Berliner Wedding wird somit zu einem Hauptdarsteller des Films, zu einem Teil der sozialen Wirklichkeit. Die Kamera ist sehr agil.
 
Das besondere an den Zwischentiteln: Die Texte sind in Berliner Mundart verfaßt. Dies ist ein weiteres Element, das Milljöh authentisch rüberzubringen.












 



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